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Anngret Schultze

Anngret Schultze (1992) studierte Kulturwissenschaften und Digitale Medien (B.A.), sowie Performance Studies (M.A.). Ihr künstlerisches Forschen bewegt sich zwischen Performance und Installation und widmet sich widerständigen Potentialen des Körpers. Dekoloniales Verlernen, Queerness, kritische Softness und Fragen von Care sind Ausgangspunkte für ästhetisches Horchen und Formen. Das Verhältnis von Text/Theorie und ästhetisch-sinnlicher Erfahrung zieht sich als grundlegendes Forschungsinteresse durch ihre Praxis.

Projekt

Body_Text_Sensuousness. Eine digitale Contact-Zone.
Performatives Forschen zum Verhältnis Text, Körper, Sinnlichkeit.

Wie steht es um das Verhältnis von Text und Körper? Wird in kritisch-dekonstruktivistischen Ansätzen die Bedeutung der Sprache, des Texts, des Diskurs und der Struktur betont, finden sich in den performativen Künsten Arbeiten mit dem präsenten Körper, der gleichzeitig auf mehr und ausschließlich auf sich selbst verweist. Anngret Schultze nutzt das Atelierstipendium, um das Thema Sinnlichkeit (sensuousness) als Schnittstelle von Körper und Text herauszuarbeiten. In dialogischer Weise treten Text und Körper miteinander in Kontakt und werden in poetischer Form im thealit ausgestellt.


Anngret Schultze Arbeitsauswahl

PRACTICAL_SPELL
2021, performative Stadterkundungstour, Schwankhalle Bremen, erarbeitet im Kollektiv b/w*itch

In dem Projekt PRACTICAL_SPELL geht es um das Medium Sprache als Trägerin von Machtverhältnissen. Sprache schreibt sich ein – in Körper, in Städte, in Straßennamen, Brücken, Plätze, in Arten und Weisen des Zusammenkommens. PRACTICAL_SPELL verweist auf unerhörte Plätze, leitet FLINTA* sicher durch die Straßen und verhext gewohnte Perspektiven.

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FLUID DESIRES INSTANT INTIMACY 3
2021, Tanzfilm, Kraftwerk Bille Hamburg, Kollaboration mit Kim Dall’Armi

Chose your character – sex, desire, gender. I am presently the primary embodiment of that character, but anyone can be them, anyone who decides to pick up that mask, put it on and embody it with whatever energy they feel inspired to do it with. Organize your gender. Eine Illusion, die diskursiv aufrecht erhalten wird. I have a body. Can we ever not do gender?
Du hörst mich sagen: You’re part of the past, I’m part of the future. You get ready, I get dressed up. To go nowhere in particular. Here, I can begin to conceive new futurities, based on the crumbling foundation of the limited experience of the heteronormative. Contemplating about the forms the sexed body can inhabit.
Exhale. Breathe some life into a fantasy.

Who owns your body? Anatomy is fiction.
Let’s fuck things up.

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SO SOFT. EINE QUEER BOY EXPERIENCE
2020, digitale Performance, MS Artville digital edition, Kollaboration mit Kattalin Mitxelena Newiger

Ein ‚echter Mann‘ zu sein ist für uns nicht von Interesse. Jede Idee von Echtheit ist gefärbt durch kulturelles Gewordensein. Wir entkoppeln Realness von biologistischen Ideen. Eine Verwerfung von Männlichkeit halten wir nicht für sinnvoll. Stattdessen entziehen wir sie einem binären, heteronormativen Zugriff und zelebrieren die Farce, das Spiel, das Verwischen, die Umdeutung, die Aneignung.